Erinnerte Vergangenheit
März-Wochenende mit Vorträgen im Museum Eberswalde


Die Stadt Eberswalde lädt herzlich zu zwei Vorträgen im Rahmen der Ausstellung „Ellen Auerbach und Lea Grundig – Zwei Künstlerinnen in Palästina“ in das Museum Eberswalde ein:
Samstag, 29. März 2025, um 15 Uhr
„Das Leben geht weiter. Flucht und Exil von Eberswalder Juden“
von Ellen Grünwald
Im Anschluss an den Vortrag von Ellen Grünwald findet ein Gespräch mit Barbara Tsur (Enkelin von Louis Feintuch) statt.
Ellen Grünwald, von der Initiative „Al Tishkach – Spuren jüdischen Lebens in Eberswalde“, berichtet in ihrem Vortrag über das Alltagsleben jüdischer Familien vor und nach 1933, von misslungenen Fluchtversuchen, dem Verlust der Heimat sowie vom Neuanfang der Eberswalder Juden in anderen Ländern. Barbara Tsur aus Jerusalem wird die Flucht ihrer Mutter, Tante und Großeltern – der Familie Feintuch – schildern. Etwa 500 Jüdinnen und Juden lebten vor 1933 in Eberswalde. Sie waren Kaufleute, Ärzte, Rechtsanwälte, Hausfrauen, Schülerinnen und Schüler. Sie arbeiteten, engagierten sich in der Stadtpolitik, besuchten Konzerte und führten Gespräche mit den Nachbarn – ihr Alltag glich dem der nichtjüdischen Bevölkerung. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich dies schlagartig.
Sonntag, 30. März 2025, um 15 Uhr
„Ellen Auerbach und Lea Grundig – Zeitzeugenschaft und Erinnerung“
von Dr. Kurt Winkler
Der Kunsthistoriker Dr. Kurt Winkler ist als Kurator, Autor und Kulturberater tätig. In seinem Vortrag spürt er in Bildvergleichen und Textpassagen dem Thema Migration nach. Als Autor eines Katalogbeitrags zur aktuellen Ausstellung beleuchtet er die Fotografien von Ellen Auerbach und die Zeichnungen von Lea Grundig, die in Palästina entstanden. Diese Werke berühren durch ihre Unmittelbarkeit. Sie fangen Begegnungen und Alltagsszenen ein, die das Ankommen der beiden Künstlerinnen, welche der nationalsozialistischen Verfolgung entronnen sind, im Migrationsland prägten. Auch die persönliche Lebenssituation zwischen Verunsicherung und Hoffnung, spiegelt sich in den Bildern und schriftlichen Lebenszeugnissen wider.
Emmy und Hannelore Feintuch in Sydney - 1944 © Barbara Tsur
Gustav und Sophie Berg in Asuncion - 1934 © Helga Wehrens