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Film & Diskussion zum Leid der Jesiden

Auf Einladung der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag zeigte die dieses Jahr mit dem Preis Frauen Europas ausgezeichnete Journalistin Düzen Tekkal ihren Film „HÁWAR“ im Eberswalder Paul-Wunderlich-Haus mit anschließender Diskussion. Als Teilnehmer hatte der Landtagsabgeordnete Axel Vogel neben Düzen Tekkal den Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski und Ulrich Wendte aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) des Landes Brandenburg gewonnen.
„HÁWAR“ kommt aus dem Kurdischen und bedeutet Hilferuf. Im Jahr 2014 zog der IS in den von Jesiden bewohnten irakischen Distrikt Sindschar ein. Tausende Bewohner und Angehörige der Religionsgemeinschaft, die anders als andere Religionen nicht über eine heilige Schrift wie Bibel oder Thora verfügt, sondern von der mündlichen Überlieferung lebt, wurden von den sunnitischen IS-Kämpfern ermordet oder gelten bis heute als vermisst. Während der Besetzung flohen viele in die Berge - und kamen dort ohne Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung ums Leben.
Die in der Stadt verbliebenen und nicht ermordeten Frauen wurden von IS-Kämpfern vergewaltigt, verschleppt, verkauft oder später getötet. Eine große Zahl der Jesiden in der Region ist traumatisiert und lebt bis heute in Lagern mit geringer Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.
Düzen Tekkal gibt mit ihrem Film den Menschen ein Gesicht, macht das Schicksal der Jesiden und insbesondere der Frauen spürbar. Um diesen Menschen zu helfen, hatte der Brandenburger Landtag 2016 die Aufnahme eines Kontingents traumatisierter jesidischer Frauen beschlossen ohne jedoch diesen Beschluss bisher umzusetzen. Die Stadt Eberswalde hatte sich in dem Rahmen bereit erklärt, zu helfen und bis zu 30 Frauen und Mädchen aufzunehmen. Ein entsprechender Beschluss wurde in der Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Jahr gefasst.
In der Diskussion antwortete Düzen Tekkal auf die Frage, welche Hilfe notwendig sei und was die Helfer erwarten. So sei es ihrer Ansicht nach das Beste, die Fluchtursachen vor Ort zu beseitigen und die Menschen vor Ort zu unterstützen. Wie im Film zu sehen, seien jesidische Frauen organisiert, bildungsaffin, integrationswillig und manche notwendige insbesondere therapeutische Hilfe könne besser in Deutschland geleistet werden.
Die Bereitschaft, den Frauen zu helfen, bestehe weiterhin unverändert, betont Friedhelm Boginski. „Erst wenn man mit den Schicksalen konfrontiert ist, versteht man, warum unsere Hilfe notwendig ist“, verdeutlicht er seine persönliche Betroffenheit nach dem Film. Die Stadt Eberswalde verfüge über ein kompetentes, erprobtes und aktives Netzwerk engagierter Bürger und Bürgerinnen, ehrenamtlich wie professionell, erklärte der Bürgermeister. Er fordert jedoch auch die zugesagte Unterstützung von Land und Bund für die Kommunen in der Flüchtlingsfrage ein, um die anspruchsvollen Aufgaben der Integration erfolgreich leisten zu können.
Ulrich Wendte vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) des Landes Brandenburg sagte am Abend mehrfach die entsprechende Unterstützung zu. Publikumsfragen verdeutlichten Interesse und Bereitschaft der Bürger und Bürgerinnen zu helfen und die Jesidinnen aufzunehmen. Es wurde jedoch auch ausgesprochen, dass ohne deutliche und umgehende Unterstützung von Bundes- und Landesebene, notwendige Integrationsaufgaben nur schwer erfolgreich umzusetzen sind. Insbesondere die Ausstattung der Schulen, Ausbildungseinrichtungen und therapeutischen Einrichtungen mit entsprechend qualifiziertem und ausreichendem Personal wurden von Bürgerseite angesprochen.

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